Wie kann ich mich für Ehe und Familie einsetzen?

Trotz begrenzter Möglichkeiten etwas bewirken … –

 

Der Ärger wächst –

Vor allem bei Christen mit einem biblisch orientierten Familienverständnis wächst der Ärger über die vorherrschenden Trends in der Familien- und Bildungspolitik: Viele Eltern ärgern sich zu Recht darüber …

– … dass Mütter sich rechtfertigen müssen, wenn sie auf ein eigenes Einkommen verzichten, damit sie sich selbst aktiv um die Erziehung ihrer Kinder kümmern können,

– … dass ihre Elternrechte – z. B. durch manche sexualpädagogischen Bildungsvorhaben – eingeschränkt werden, obwohl das Grundgesetz diese ausdrücklich garantiert (Artikel 6.2),

– … dass die Idee eines Erziehungsgehalts sich immer noch nicht durchgesetzt hat,

– … dass ihnen von Politikern immer wieder die Erziehungskompetenz abgesprochen wird (Krippendiskussion),

– … dass die Meinung der LSBTTI-Lobby bei der Entwicklung von Bildungsplänen für wichtiger gehalten wird als die Meinung der Eltern (so geschehen in Baden-Württemberg), so dass ihren Kindern bereits in der Grundschule das Thema „sexuelle Vielfalt“ in nicht altersgemäßer Weise mit ideologischer Werte-Akzentuierung zugemutet werden sollte (LSBTTI = Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle).

So kommt es, dass viele sich fragen, wie sie sich gegen diese Tendenzen zur Wehr setzen können – und zwar wirkungsvoll, denn schließlich hat jeder von uns nur einen begrenzten zeitlichen Spielraum zur Verfügung. Vielfach entsteht auch Ratlosigkeit, denn nicht viele trauen sich ein politisches Engagement zu. Und wer hat schon eine Ausbildung, die ihn für entsprechende Medien-Kampagnen qualifiziert, die wir jetzt so dringend bräuchten?

Ein anderes Hindernis liegt in bestimmten Denkgewohnheiten:

– Hat Paulus nicht gesagt, dass wir Christen ein stilles Leben führen und keinen öffentlichen Aufruhr stiften sollen? Wie können wir dann bei einer Demo mitmachen?

– Bei manchen Christen gibt es nach wie vor die Vorstellung, dass die Gestaltung unserer Gesellschaft die Aufgabe „von denen da oben“ ist – obwohl seit über 60 Jahren in unserem Grundgesetz steht, dass wir Staatsbürger die Obrigkeit sind (Artikel 20.2).

 

Ja, die Zeiten haben sich geändert …

Das ist in mancher Hinsicht problematisch – aber es gibt durchaus auch positive Entwicklungen: In den letzten Jahrzehnten sind nämlich wirkungsvolle Möglichkeiten zum Einsatz für Ehe und Familie entwickelt worden. Und so gibt es inzwischen eine breite Palette von Möglichkeiten, wie man sich engagieren kann.

So kann man zum Beispiel …

– die guten Angebote von „Team.F“* an andere weitergeben,

– eine Fürbitte-Gruppe gründen und für Anliegen der Bildungs-und Familienpolitik* beten,

– einen Alpha-Ehekurs* anbieten (zum Beispiel mit den Referaten von der CD),

– die Idee der Initiative „Familien-Mutmach-Tag“* unterstützen,

– den Einsatz von Birgit Kelle* für aktive Eltern unterstützen und sich über die Website „Frau2000+“ aktuell informieren lassen,

– die Referate von Gabriele Kuby* über Gender-Ideologie verbreiten,

– mit einer lokalen Initiativgruppe in der „Woche der Ehepaare“* vor dem Valentinstag („MarriageWeek“) ein Ehe-Seminar oder ein Candle-Light-Dinner oder eine andere geeignete Veranstaltung anbieten,

– die gründlichen Arbeitspapiere und Schulungsangebote der Deutschen Evangelischen Allianz* zur eigenen Horizonterweiterung nutzen,

– die Idee der EFA-Stiftung* aufgreifen und sich zum Mentor für Ehe und Familie schulen lassen,

– im Internet gute Artikel* oder Fortbildungsangebote* bekannt machen,

– die Männerzeitschrift „Adam online“* unter die Leute bringen,

– Seminare über christliche Frühpädagogik nach dem VAA-Konzept* weiterempfehlen oder sich in dieser Thematik selbst weiterbilden,

– die bundesweite Netzwerk-Initiative „Bündnis Ehe und Familie“* unterstützen.

Das sind einige Beispiele aus meinem unmittelbaren Umfeld, die mir eingefallen sind; diese Liste ließe sich natürlich erweitern. Deshalb bin ich überzeugt: Heute kann jeder, der etwas für Ehe und Familie tun möchte, im Rahmen seiner Begabungen und seiner zeitlichen Möglichkeiten etwas Passendes finden.

Ich habe selbst erlebt, wie man mit einer relativ kleinen Gruppe von Leuten mit unterschiedlichen Begabungen einiges bewirken kann: In Landsberg am Lech haben wir 2009 eine MarriageWeek-Initiative gegründet; seither konnten wir insgesamt etwa 100 Veranstaltungen zur Stärkung von Ehe und Familie anbieten und auch über die Presse die Idee bekannt machen, dass Ehepaare etwas für ihre Ehe tun können und sollten. Diese bundesweite Themenwoche, die in diesem Jahr zum siebten Mal veranstaltet wurde, ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass wirkungsvolle Kampagnen gar nicht aufwändig sein müssen. Die Grundidee ist nämlich, dass jeder Veranstalter eines MarriageWeek-Events ganz einfach das einbringt, was er schon immer für Ehepaare angeboten hat – aber eben in der „Wochen der Ehepaare“ vor dem Valentinstag.

 

„Alleine kann ich ja sowieso nichts erreichen …“

Es gibt also inzwischen eine Menge Gelegenheiten, sich zu verbünden und aktiv zu werden. Hinzu kommt, dass unsere technischen Möglichkeiten sich ebenfalls enorm verändert haben; auch das ist eine gute Nachricht. Wenn Tausende meinen: „Schade, dass ich als einzelner nix bewirken kann …“, dann ist vor allem schade, dass diese Tausende nichts von einander wissen.

Genau an diesem Punkt hat sich in den letzten Jahrzehnten Entscheidendes verändert: Über das Internet können wir heute beispielsweise ohne viel Aufwand erfahren, …

– wo die nächste Demonstration gegen die Einschränkung der Elternrechte statt findet,

– ob schon wieder jemand versucht, ein angebliches „Menschenrecht auf Abtreibung“ durchzusetzen,

– welche Petitionen zu Familien- oder Ehe-Debatten gerade laufen,

– wie wir uns mit anderen verbünden können, die dieselben Anliegen wie wir haben.

So werden die unübersehbar vielen Machtlosen immer weniger, weil immer mehr Christen das Potenzial der Einigkeit und die praktischen Möglichkeiten zur Vereinigung entdecken. Gerade über die sozialen Netzwerke können Christen, denen so etwas liegt und die mit den entsprechenden Gefahren gut umgehen können, eine Menge guter Denkanstöße unter die Leute bringen.

 

Und wie könnte es praktisch anfangen?

Sprechen Sie doch mal mit Ihren Freunden oder mit Ihrem Ehepartner darüber, was für Sie passen würde. Ihr Beitrag könnte beispielsweise mit einem gemütlichen Treffen im kleinen Kreis anfangen – in Ihrem Wohnzimmer oder in einem Raum im Gemeindehaus. Da könnten Sie …

– … zunächst einmal Beobachtungen und Ideen austauschen,

– … von den anderen hören, was die schon kennen und was es schon in der Umgebung gibt,

– … besprechen, wo man mitmachen könnte oder welche eigenen Initiativen denkbar wären,

– … gleich anfangen: am besten mit dem Gebet für die gerade besprochenen Vorhaben.

 

 

Der Autor dieses Artikels:

Rolf-Dieter Braun (geb. 1953) ist Diplom-Theologe und Mitarbeiter des Missionswerks Jugend mit einer Mission (JMEM). In der JMEM-Gemeinschaft in Hurlach (Oberbayern) engagiert er sich zusammen mit seiner Frau u. a. im Familiendienst-Team von JMEM.

 

Reihe: Artikel-Archiv „Hurlacher Texte“ Nr. 12

 

Praxis-Tipps, Links und Familien-Impulse im Internet

Aktuelle Infos aus der Familien-und Bildungspolitik und Anregungen für das Familienleben bekommen Sie auf der Facebook-Seite „Familien-Impulse – (URL: https://www.facebook.com/Agentur.Familie).

Weitere Anregungen und direkte Links zu den Websites der genannten Initiativen finden Sie in der Praxis-Tipps-Sammlung* unten.

 

 

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Familiendienst-Service:

* Links, Lesetipps und Familien-Impulse

 

„Wo finden wir Events und andere Impulse für unser Familien-Leben?“

Angebote des Familiendiensts von Jugend mit einer Mission (JMEM)

Aktuelle Infos aus der Familien- und Bildungspolitik bekommen Sie auf der Facebook-Seite „Familien-Impulse“ (Agentur für Familien-Publizistik / AFFP).

Angebote des Jugend- und Familien-Zentrums von JMEM in Hainichen (Sachsen)

Praxis-Tipps für Familien-Aktivisten gibt es in der Facebook-Gruppe „Ehe und Familie fördern

Veranstaltungen speziell für Familien und Alleinerziehende findet man in der Rubrik „Familien-Spezial“ auf dem Veranstaltungsportal „christ konkret“ (Veranstaltungen, an denen Eltern und Kinder gemeinsam teilnehmen können, sowie Veranstaltungen und Reisen, bei denen die Kinder während der Seminarteilnahme der Eltern qualifiziert betreut werden bzw. ein eigenes Programm haben)

-„Forum Ehe und Familie“ – ein jährlich stattfindendes Treffen für Christen, die etwas für Ehe und Familien tun möchten

 

Links: „Wie könnten wir aktiv werden …?“

Ein paar Beispiele:

– den Einsatz von Birgit Kelle für aktive Mütter unterstützen und sich über die Website „frau2000plus“ aktuell informieren lassen

– die Idee der EFA-Stiftung aufgreifen und sich zum „Mentor für Ehe und Familie“ schulen lassen

– die guten Angebote von „Team.F“ zur Kenntnis nehmen und bei Bedarf an andere weitergeben

– eine Fürbitte-Gruppe gründen und für Anliegen der Bildungs- und Familienpolitik beten, die u. a. von der Initiative „Wächterruf“ und vom
Arbeitskreis Politik der Deutschen Evangelischen Allianz angeboten werden

– die Männerzeitschrift „Adam online“ unter die Leute bringen

– einen Alpha-Ehekurs anbieten (zum Beispiel im eigenen Wohnzimmer oder im Gemeindehaus mit den Referaten von der CD)

– die Videos und Bücher von Gabriele Kuby über Gender-Ideologie verbreiten

– die bundesweite Netzwerk-Initiative „Bündnis Ehe und Familie“ unterstützen

VAA-Seminare über christliche Frühpädagogik weiterempfehlen oder sich selbst weiterbilden: Das VAA-Konzept, für das es auch ein Praxis-Handbuch gibt, hat das Ziel, „den Alltag von Babys und Kleinkindern mit Gott in Verbindung zu bringen“.

– die gründlichen Arbeitspapiere und Schulungsangebote der Deutschen Evangelischen Allianz zur Horizonterweiterung nutzen:
Startseite der Ev. Allianz
Arbeitskreis Politik der Ev. Allianz
Ev. Allianz auf Facebook

– mit einer lokalen Initiativgruppe in der „Woche der Ehepaare“ vor dem Valentinstag („MarriageWeek“) ein Ehe-Seminar oder ein Candle-Light-Dinner oder eine andere geeignete Veranstaltung anbieten:
MarriageWeek Deutschland e. V. / Woche der Ehepaare
MarriageWeek auf Facebook
MarriageWeek Landsberg am Lech

– die Idee der Initiative „Familien-Mutmach-Tag“ unterstützen:
Initiative „Familien-Mutmach-Tag“
Familien-Mutmach-Tag auf Facebook

 

Lesetipps

– Susanne und Marcus Mockler, Familie – der unterschätzte Glücksfaktor, 2008 (ISBN 9783765514128)

– Thomas Schirrmacher, Der Segen von Ehe und Familie. Interessante Erkenntnisse aus Forschung und Statistik, 2006 (ISBN 9783938116159)

 

Diese Übersicht befindet sich noch im Aufbau und ist deshalb leider in mancher Hinsicht noch unvollständig.